Schwertransporte Leipzig
Die Gründung vom VEB Schwertransporte Leipzig ist auf
Anfang der siebziger Jahre zurückzuführen. Ein Grund dafür war auf
jeden Fall der Mangel an leistungsfähiger, schwerer Technik im
sozialistischen Lager.
Klar standen
mit den Tatra aus der CSSR und KRAZ aus der UdSSR kräftige Zugpferde
zur Verfügung, doch reichten diese zur Bewältigung der gestellten
Aufgaben keinesfalls aus. Nicht nur an Zugmaschinen mangelte es,
sondern allgemein an geeigneten Transportmitteln.
Wenn
extrem große oder auch mehrerere hundert Tonnen schwere Güter bewegt
werden mussten, ließ die DDR diese Transportaufgaben von
Schwerlastspeditionen aus der BRD erfüllen. Für Transporte innerhalb
der DDR mussten auch An- bzw Abreise der westlichen Transportfirmen
gezahlt werden, freilich konnte und wollte die ständig unter
Devisenmangel leidende DDR dies nicht länger tragen. Dieser Umstand
führte eben dazu dass im Jahr 1972 der VEB Schwertransport Leipzig,
kurz STL, seinen Firmensitz direkt am Hauptbahnhof Leipzig einrichtete.
Selbstverständlich hatte der
Standort Leipzig einen strategischen Hintergund, war er doch in
unmittelbarer Nähe zu chemischen Großbetrieben. Da in der Nähe der
Chemiebetriebe auch der Schwermaschinenbau mit Produktion von
chemischen Anlagen beschäftigt war, lagen die Transportaufgaben auf der
Hand. Buna-Schkopau und Leuna in der Nähe von Merseburg und Halle sind
dabei als das Zentrum der chemischen Industrie der DDR zu werten.
Anfänglich
beschaffte man KRAZ und Tatra zur Bewältigung der Aufgaben, bis 1975
kamen die ersten drei Faun-Zugmaschinen zum Fuhrpark von STL. Auch die
ersten Spezialanhänger von Scheuerle und Goldhofer wurden zu diesem
Zeitpunkt im Westen eingekauft.
Anfang
der achtziger Jahre bekam STL nochmals fünf Faun-Zugmaschinen zwei
verschiedener Baureihen, welche seit den siebziger Jahren an der
Erdgastrasse "Drushba" in der Sowjetunion gedient hatten. Diese
werksmäßig orange lackierten Fahrzeuge erhielten zeitnah die für
Schwertrans Leipzig charakteristische blaue Farbgebung. Da alle fünf
"Russland-Faun" Sattelzugmaschinen waren, in Leipzig aber
ausschließlich mit Schwerlastanhängern eingesetzt wurden, bekamen sie
Ballastbrücken aufgesetzt und die Führerhäuser wurden um
Einmann-Schlafkabinen erweitert.
Im
Jahr 1987 wurde der Fuhrpark von STL um ein interessantes Einzelstück
erweitert. Es handelte sich um Eine Titan-Hauberzugmaschine auf
MAN-Basis, die direkt von der Leipziger Messe den Weg ins Unternehmen
fand. Angemietet bei PEMA wurde der Koloss STL von Deutrans zur
Verfügung gestellt, und behielt auch deshalb seine orangene Lackierung.
Zwischen
1983 und 1988 kamen noch drei MAN- und fünf Mercedes-Zugmaschinen von
Deutrans hinzu, ebenfalls im orangenen Farbkleid.
Im
Jahr 1982 wurde der bis dato eigenständige Betrieb als Betriebsteil
Schwertransport dem VEB Kraftverkehr Leipzig unterstellt und blieb ab
1990 als Bestandteil der Leipziger Verkehrsgesellschaft mbH vorerst
weiterhin bestehen. 1992 wurde der Bereich Schwertransport an die
Spedition Sauter aus Frankfurt/M verkauft.
Unterwegs
waren die STL-Fahrzeuge in ganz Europa, beispielsweise brachten sie
schwere Technik an die Trasse in die SU, oder Großanlagen bzw- -teile
in sämtliche Länder die nicht sozialistisch sein mussten. Aber auch
innerhalb der DDR war das Equipment von STL für verschiedenste
Transportaufgaben gefragt.
Die
hier dargestellte Szenen stellten in der DDR keine Ausnahme dar.
Oftmals wurden von der Deutschen Reichsbahn ausgemusterte
Dampflokomotiven zu Heizzwecken oder zur Dampferzeugung an
Großbetriebe, Krankenhäuser und sogar Wohnungsverwaltungen mit
Neubaugebieten vermietet oder verkauft. Meist wurden die Loks dazu
vorher im Reichsbahnausbesserungswerk direkt zu Dampfspendern umgebaut,
wobei alle zum Fahren notwendigen Komponenten demontiert wurden. In
einigen Fällen wurden aber auch komplette Lokomotiven zur Verfügung
gestellt. Der Transport erfolgte, sofern kein Bahnanschluß vorhanden
war, über die Straße.
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